GFN hakt nach – Warum wurde der Kampf Abu Azaitar vs. Nico Penzer abgesagt?

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Es ist eigentlich das heiß ersehnte Duell im deutschen MMA Zirkus und um ein Haar hätte es auch geklappt. Am 04.Oktober 2014 sollten in Fulda Abu Azaitar und Nico Penzer im Rahmen der Mix Fight Gala von Sefer Göktepe gegeneinander antreten. Doch Pustekuchen! Stattdessen fliegen nach der Absage von Penzers Manager Orhan Demirbilik die Fetzen.

Alles war vorbereitet für den Mega-Fight 2014 in Deutschland und das von allen Seiten geforderte Mittelgewichtsduell zwischen der nationalen Nr.1 Abu Azaitar und Nr.2 Nico Penzer hatte mit der Mix Fight Gala in Fulda auch einen würdigen Rahmen gefunden. Türkische, polnische und deutsche TV Sender hatten sich ebenso wie die komplette Fachpresse angekündigt. Man wollte Zeuge von einem Kampf werden, dem die Fans der beiden Lager lange entgegen gefiebert hatten. Doch plötzlich ereilte uns die Nachricht, der Kampf sei abgesagt worden, worauf wir versucht haben, uns mit allen Protagonisten in Verbindung zu setzten, um die Gründe aus erster Hand zu erfahren.

Als Erstes haben wir Abu Azaitars Manager Cengiz Dana kontaktiert, der sichtlich angesäuert war.

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Cengiz Dana

Cengiz Dana:
“Vor einiger Zeit haben wir bei Nico Penzers Manager Orhan Demirbilik wegen eines Kampfes zwischen Abu und Nico angefragt und zu unserer Freude wurde dem auch zugestimmt. Als Bedingung wurde uns allerdings auferlegt, dass Abu nach dem Kampf einen Dopingtest machen solle. Dem haben der Veranstalter Sefer Göktepe und ich zugestimmt. Sefer hat sich sogar bereiterklärt, die Kosten des Tests zu übernehmen. Orhan Demirbilik meinte anschließend, dass genug geredet wurde und jetzt die Jungs kämpfen sollen. Also mussten jetzt nur noch die ausgehandelten und fertigen Verträge unterschrieben werden. Kurz danach erhielt ich von Orhan Demirbilik eine Sprachnachricht, dass der Kampf nur unter der Prämisse stattfinde könne, dass Nico keinen Vertrag mit der UFC unterschreibt. Daraufhin habe ich Orhan ebenfalls eine Nachricht zukommen lassen, dass ich natürlich Verständnis dafür habe, wenn die UFC ins Spiel kommt und ich mich selbstverständlich für Nico Penzer freuen würde.
Anschließend hat sich Orhan mit einer Rückantwort viel Zeit gelassen. Drei Wochen lang hat er sich weder gemeldet, noch war er erreichbar.
Dann erhielten wir eine Absage, dass man jetzt woanders einen Vertrag unterschrieben habe. Damit war für uns klar, dass Orhan Demirbilik für Nico einen Vertrag mit der UFC ausgehandelt hatte. Erst später erfuhren wir hintenrum, dass man zwar einen Vertrag unterschrieben hatte, doch nicht etwa bei der UFC, sondern zu unserer großen Überraschung mit der Shooto Kings von Peter Angerer, die in der Öschhalle Metzingen stattfinden wird. Einer uns bekannten Veranstaltung, die aber nicht die UFC ist.
Da war ich mehr als baff und sehr enttäuscht, da Orhan mir mündlich den Kampf zuvor zugesagt hatte, es sei denn, die UFC klopft an die Tür.“

Wir haben Cengiz daraufhin gefragt, welche Beweggründe die Gegenseite gehabt haben könnte, den Kampf auf diese Art und Weise abzusagen.

Cengiz Dana:
“Die haben einfach nur Angst und wollen nicht kämpfen. Das mit dem Dopingtest war sowieso nur ein Vorwand. Das hat wiederum Penzers Stallkollegen Alan Omar ins Rollen gebracht. Man erhoffte sich damit vielleicht einen Rückzieher von unser Seite. Als wir das aber nicht taten und dem ganzen zugestimmt haben, hatten sie keine Ausreden mehr.
Das ist ein unglaubliches und unprofessionelles Verhalten.“

Auch der ebenfalls leidtragende Veranstalter Sefer Göktepe hat seine Sicht der Dinge geschildert.

Sefer Göktepe:
“Ich bin maßlos enttäuscht von Nico Penzer und dessen Manager Orhan Demirbilik. Wir haben ihm ein sehr gutes Angebot mit einer wirklich guten Gage samt den Hotelkosten und Verpflegung angeboten.
Mix Fight GalaZudem bestand das Management von Penzer unbedingt auf einen Dopingtest von Abu. Auch das haben wir akzeptiert und ich habe mich bereiterklärt, die Kosten dafür zu übernehmen.
Nach der mündlichen Zusage war dann auch vertraglich alles fixiert und allen Wünschen konnten wir so entsprechen. Was noch fehlte, waren die Unterschriften unter den Verträgen.
Wir mussten sehr lange warten, bis eine Antwort kam. Und als sie kam, sagte Orhan Demirbilik den Kampf mit der Begründung ab, dass Nico Penzer demnächst einen Vertrag bei der UFC unterschreiben würde.
Das habe ich natürlich sofort akzeptiert und mich für Nico und sein Management gefreut.
Trotzdem war das sehr schade, da sich zu unserer Veranstaltung Eurosport sowie deutsche, türkische und polnische TV Sender angekündigt hatten. Das Medieninteresse ist immens, da hier schon namenhafte Kampfsportler aufgetreten sind.
Als ich dann erfahren habe, dass Nico Penzer am 11.Oktober 2014 bei Peter Angerers Shooto King kämpft, dachte ich an einen verspäteten Aprilscherz, was aber nichts mit Peter Angerer oder seiner Veranstaltung zu tun hat, sondern der Art und Weise von Seiten Penzers Management. Als mir so langsam bewusst wurde, dass es absolute Realität ist, war ich geschockt und maßlos enttäuscht. Ich habe ganz ehrlich die Welt nicht mehr verstanden. Ich muss das jetzt so deutlich sagen: Es war unverschämt und unprofessionell zugleich.
Wir haben wirklich geglaubt, dass Penzer jetzt in der UFC kämpfen wird.
Als ich die Seite von Penzer darauf ansprach, wollte man nichts von der UFC gewusst haben. So etwas habe ich in meiner Zeit als Veranstalter nie zuvor erleben müssen.
Bei mir durften schon Kampfsportgrößen wie Dennis Siver und K1 Legende Peter Aerts kämpfen.
Mit Nico gegen Abu hätten wir den deutschen Fans einen nationalen Topfight anbieten können.
Ich habe eigentlich auch großen Respekt vor Nico Penzer. Wenn er aber als Profi der Meinung sein sollte, dass er die deutsche Nummer 1 im Mittelgewicht ist, dann muss er sich auch entsprechend professionell verhalten und gegen Abu kämpfen.
Ich habe Nico sogar einen hohen Bonus versprochen, sollte er gegen Abu gewinnen.

Ich war selber bis 1999 MMA Kämpfer und gehöre mit zu den Pionieren in Deutschland.
Ich wog damals 67 Kg und musste gegen Jungs ran, die mehr als 90 Kg auf die Waage gebracht haben. Ich wusste damals bis zum Kampftag nicht, gegen wenn ich kämpfen sollte, aber eins kam zu meiner aktiven Zeit nie in Frage: ABSAGEN! Damals hab ich jeden Kampf angenommen und mein Wort zählte etwas. Wir mussten in der Anfangszeit für ’n Appel und ’n Ei kämpfen und wir älteren Fighter von damals, haben für die Jungs von heute den Weg geebnet, damit sie es jetzt besser haben. Die Veranstaltungen und deren Rahmenbedingungen haben sich enorm verbessert und immer mehr deutsche Jungs können unsere Veranstaltungen als Sprungbrett für große internationale Aufgaben nutzen. Aber die Art und Weise, wie das Ganze abgelaufen ist, stimmt mich traurig und ist sehr unprofessionell von Penzers Management.“
Wir haben natürlich auch die andere angesprochen. Alan Omar wollte sich zu der Angelegenheit nicht äußern und bat uns, ihn aus der Geschichte heraus zu halten. Orhan Demirbilik hat uns dagegen zeitnah ein Statement und seine Sicht der Dinge versprochen. So lange bleibt die Absage mysteriös.

Wir bleiben für euch am Ball und werden das Ganze weiter verfolgen. Aber für die Fans und den Sport muss dieser Kampf eigentlich stattfinden. Wir bei German Fightnews sind der Meinung, dass die besten Leute immer gegeneinander antreten sollten, um in jeder Gewichtsklasse die wahre Nr.1 zu ermitteln.

 

die absage