Die Age of Cage 4 und das tapfere Volk der Tschetschenen

MAGAAm 30. Januar findet eine Invasion der besonderen Art statt. Das LKA Stuttgart ist wieder einmal Austragungsstätte für die Kampfsportreihe AGE OF CAGE, die bei ihrer nunmehr vierten Ausgabe eine große Anzahl von Tschetschenen auf ihrer Fightcard präsentiert.

Abu Dzhamaldaev, Zayndi Erznukaev, Magomed Makaev und Aslan Yusupkhadschiew werden die Flagge der kleinen autonomen Kaukasus Republik hochhalten. Aber schon länger fällt die die große Anzahl von Tschetschenen im MMA Sport auf und besonders in Deutschland gehören einige Athleten wie zum Beispiel Lom-Ali Eskijew, Musa Jangubaev, Magomedov Abus oder Rasul Shovkhalov zum Besten was die Szene zu bieten hat. Dahinter reihen sich nochmals etliche talentierte Sportler auf, wie die schon genannten Protagonisten der AGE OF CAGE.

Sie sind gefürchtete Kämpfer und haben es sogar in die besten MMA Organisationen wie Bellator, KSW, M1 Challenge oder die Königin aller MMA Events, die UFC geschafft. Aber ein Blick auf die Einwohnerzahl lässt uns erstaunen. Lediglich 1.268.989 Einwohner zählt die kleine Autonomie. Das ist etwas mehr als Köln oder knapp weniger als München aufweisen kann.

Aber was ist das Geheimnis der Tschetschenen?

Dazu AGE OF CAGE Veranstalter Alexander Petrajtis: „Ich denke die Jungs sind in einer rauen Umgebung aufgewachsen und haben früh gelernt sich zu behaupten. Im Kaukasus ist ein erfolgreicher Kampfsportler ein angesehener Mann. Im Gegensatz dazu ist der Kampfsport in Deutschland leider immer noch im Verruf. Meiner Meinung nach kommt der Wille zu gewinnen bzw. eine Karriere als Kämpfer zu machen auch daher, dass die Jungs, die aus ihrem Lande geflohen sind, hier keinen richtigen Anschluss finden konnten. Viele sind als Jugendliche ohne Sprachkenntnisse und ohne Mittel nach Deutschland gereist. Dementsprechend ist es schwierig hier einen guten Job bzw. eine Ausbildung zu bekommen. Da ist der Sport ein großer Halt.“

Musa Jangubaev erzählte uns einmal, dass praktisch jeder tschetschenische Mann ringen kann und Kämpfen ihnen praktisch im Blut liegt. Das kann man so bestätigen und die Fans dürfen sich auf die 4 talentierte Tschetschenen in Stuttgart freuen.

Dazu kommt sicherlich auch, dass die Tschetschenischen Kämpfer als sehr zuverlässige und loyale Partner gelten, die wenn es irgendwie machbar ist, selbst mit Verletzungen antreten. Kämpfen liegt ihnen im Blut, aber ist auch ihr Schicksal. Jahrzehnte wehrte sich die kleine Republik gegen das übermächtige Russland (früher Sowjetunion) und die Weltmacht biss sich in einem erbitterten Kampf die Zähne aus. Tschetschenien musste dafür viel Leid und viele menschliche Verluste ertragen. Doch es wäre für ein so kleines Volk auch fatal, wenn sie keine Kämpfer wären. So ist ihr Schicksal das Glück der internationalen Kampfsportszene. Was wäre sie ohne die tapferen Eskijews,  Jangubaevs Abus, Shovkhalovs und die vielen anderen Tschetschenen?

Es würde definitiv etwas fehlen!

 

von Attila Revada