Francis Ngannou muss sich für sein Trainingslager Geld leihen

Sehen wir Francis Ngannou bald im Boxring? 

Was verdient ein Champion in der UFC? Diese Frage stellen sich viele Fans und so richtig beantworten kann das niemand. Wer einen Vertrag mit der UFC besitzt, darf nicht einfach woanders im Käfig stehen. Schon länger ist bekannt, dass nicht alle Kämpfer glücklich sind mit ihren Verträgen beim Branchenprimus. Einer von Ihnen ist der Schwergewichtschampion Francis Ngannou. Der Kameruner weigert sich aktuell, seinen Vertrag bei der UFC zu verlängern. Er kritisiert dabei auch den Präsidenten der Promotion, Dana White, weil er sich angeblich Geld für sein Trainingslager leihen muss.

Es wird vermutet, dass Ngannou seinen letzten Kampf im Rahmen seines aktuellen Vertrags beim Marktführer bestreiten wird, während er sich auf einen Titelvereinigungskampf gegen Interimschampion Ciryl Gane bei UFC 270 am 22. Januar vorbereitet. Die Klausel von „The Predator“ und verschiedene UFC-Verlängerungen machen die Angelegenheit jedoch weitaus komplizierter, als man glaubt.

890.000 Dollar in 10 Monaten

Der Kameruner möchte einfach bessere Konditionen bzw. Sicherheiten in seinem Vertrag. Zuletzt gab er gar an, dass er sich Geld für seinen Lebensunterhalt ausleihen musste, was einem als Außenstehender zuerst etwas schwer fällt zu glauben, wenn man bedenkt, dass er am 27. März dieses Jahres bei seinem Sieg gegen Stipe Miocic 580.000 Dollar samt Bonus erhalten hatte. Bei der UFC 249 im Mai 2020 erhielt er 310.000 Dollar. Macht 890.000 Dollar in 10 Monaten. Allerdings darf man nicht vergessen, dass gerade die bekannteren Kämpfer der Organisation deutlich höhere Kosten zu tragen haben. Das fängt mit dem Training und der Bezahlung der Trainer und dem kompletten Staff an, geht weiter mit der Unterstützung der Familie und endet nicht einfach so mit den Kosten für den eigenen Lebensunterhalt. Als Personen des öffentlichen Lebens kann man nicht einfach so zum nächsten Supermarkt gehen und sich Butter kaufen. Für diesen Bekanntheitsgrad müssen Prominente oft einen hohen Preis zahlen – Sicherheit ist teuer.  

Ngannou zieht es in den Boxring

Nun erwägt Ngannou den gleichen Weg einzuschlagen wie andere ehemalige MMA-Stars, die boxen oder sich mit Kämpfen gegen ehemalige Größen die Taschen voll machen konnten.

Ngannou sprach über seine Situation zuletzt mit Ariel Helwani bei The MMA Hour. 

Er erzählte, dass man auf ihn mit der Verlängerung Druck ausüben wolle, aber er keinen neuen Vertrag unterschrieben habe. Er denkt, dass das der Grund für all die Probleme sind, weil er keinen neuen Vertrag zu bestimmten Bedingungen unterschreiben will.

„Das funktioniert für mich nicht, weil ich mich unter diesen Bedingungen nicht geschützt fühle. In den letzten zwei Jahren habe ich zweimal gekämpft, und dann muss ich mir Geld leihen, um zu gehen. Niemand kümmert sich darum. Ich habe keine Garantie in diesem Vertrag. Und ich habe kein Angebot. Aufgrund dieser Erfahrung möchte ich also etwas Besseres bekommen. Bessere Bedingungen für meinen Vertrag und natürlich das, was ich verdiene“

, so Ngannou

Geld geliehen für Trainingslager 

„Ich finde, ich sollte mir kein Geld für mein Trainingslager leihen müssen. Irgendwann werde ich mir dieses Geld holen. Ich werde dieses Boxen machen. Das steht fest. Wie gesagt, ich bin ein unabhängiger Unternehmer. Was ich also will, ist ein Vertrag mit einem möglichen Datum (Kündigungsfrist| Anm.d.Red), danach kann ich tun, was ich will. Das ist es, was da steht: Selbständiger Unternehmer, mit einem möglichen Kündigungstermin. Und danach sind Sie frei, richtig? Von da an haben Sie das Recht zu entscheiden, wohin Sie gehen und was Sie tun wollen.“

„Sie müssen nicht gezwungen werden, immer wieder zu unterschreiben oder in dem Vertrag zu bleiben. Dann ist man kein unabhängiger Vertragspartner.“

Laut SBNation sind Ngannous Probleme kein Einzelfall, denn genau das ist es, womit einige Kämpfer derzeit in einer Sammelklage gegen die UFC zu kämpfen haben.

Man darf gespannt darauf sein, wie es mit Ngannous nach seiner Titelverteidigung weitergeht und ob er danach jemals wieder für die UFC kämpfen wird. 

Aus Sicht der Fans wäre ein Abgang von Ngannou  sehr schade. Er ist nun mal der Beste im UFC- Schwergewicht und jemand, den man gerne im Käfig sieht. Ob ihm diese Aufmerksamkeit auch in einem Boxring zuteil werden würde, sei dahingestellt, aber einen Status ähnlich wie Miocic, den Ngannou durch Knockout entthronen konnte, hat er noch nicht. Aber anderseits hat man für seine Wünsche auch Verständnis. Es ist nicht einfach mit anzusehen, wie rechts und links von einem jeder das ganz große Geld macht und man selbst, wohlgemerkt auf dem höchsten Thron sitzend, weniger verdient. 

HIER KOMMENTIEREN